die Fortsetzung zur Absaugungsverbesserung folgt hiermit, und mein Festool Staubsauger (CTL-Midi) bekommt einen ALU Ausleger, der den Schlauch endlich vom Boden hebt.
Alles, was auf Rollen in meiner Werkstatt steht, hat einen Hauptgegner: Kabel und Schläuche, die am Boden liegen und alles blockieren. Jeder Handwerker kennt es, trotz fortschreitender Akku-betriebenen Geräteparks ist es spätestens der Schlauch des Staubsaugers, der elegant wie ein Schal um den Handwerkerhals gewickelt, liebevoll mit Klebeband am Tisch festgeklebt oder fluchend mit dem Fuß zur Seite getreten wird. Es musste eine Lösung her!
Doch der Leidensdruck war lange nicht groß genug. Der Plan für einen Schwenkarm an der Wand war schon im Kopf gefasst, ein Seilzug mit Feder bereits eingekauft, um dann monatelang in den Untiefen der Werkstatt zu verschwinden. Doch dann passierte etwas – nein, es waren nicht die heuer veröffentlichten Auslegerarme der Firma Festool, nein es waren keine Youtube-Videos von ähnlichen selbstgebauten Systemen, nein, es war in jenem Moment, als sich der Absaugschlauch, welcher sorgsam am Exzenterschleifer angebracht war, sich mit einer Rille an der Kante des frisch furnierten Lautsprechers verfing und das Furnier abhob und abriss.
als Cultor auf das ausgerissene Furnier seiner in monatelangen mühseliger Kleinstarbeit erschaffenen Lautsprecher starrte, waren ihm schlagartig drei Sachen klar: es ist in Ordnung, wenn Männer weinen, der Staubsaugerschlauch muss in die Luft und weg von furnierten Flächen und er würde sich einen furnierten Sarg wünschen, einfach um das Leid auch mit zukünftigen Tischlern zu teilen
Cultor 2026
CAD konstruieren
Diesmal würden die benötigten Teile aus dem eigenen Kopf stammen. Ehrlich gesagt, fand ich die von Festool angebotenen Lösungen immer schon zu teuer und für die kleineren Varianten waren sie gar nicht vorgesehen. Daher fing ich selber an zu planen und zu konstruieren. Für die Konstruktion habe ich Freecad verwendet. Wie der Name schon vermuten lässt, ist es eine freie Opensource Sofware. Nach einigen Stunden Einlernzeit war ich in der Lage, meine Entwürfe zu machen. Wenn man CAD konstruieren kann, geht das Einlernen recht flott, auch wenn es manchmal schwierig ist, von den „Gewohnheiten“ anderer CAD-Systeme Abschied zu nehmen.



Wie im letzten Beitrag versprochen, stelle ich die 3d-Druck Dateien (*.3mf Format) gratis zu Verfügung:
Sie sind für ein 25mm Alu-Rohr konfiguriert. Achtung: durch Abweichungen beim Rohr oder je nach verwendetem Filament (Schrumpfen!) können Anpassungen notwendig sein. Bei Fragen kann man sich gerne unter office@cultor.at melden.



Rohrkonstruktion und Nieten
Auf Basis eines 25mm Alurohrs habe ich eine Konstruktion gewählt, die direkt am Sauger montiert wird. Dafür habe ich zunächst einige Holzteile angefertigt und mit dem Sauger an bestehenden Punkten verschraubt. In diesen Halterungen wird dann das Rohr einfach schwenkbar eingesteckt.









Gedruckte Teile für den Arm
Die Rohre habe ich passend abgelängt und dann die Druckteile montiert. Verbunden habe ich alles mit schwarzen Nieten und einer Nietzange. Es ist dadurch ein ganzes Sortiment an Nieten entstanden, obwohl ich nur ein paar (passende!) gebraucht hätte. Aber wer kauft ernsthaft 8 Nieten, wenn er 8 Stück braucht, richtig man kauft den 100er Pack, also bitte!




Der Galgen steht:
Wer hätte das gedacht, es funktioniert super und sieht auch noch gut aus. Das Kabel passt genau in die Clipse an den Schlauchhaltern, der Schlauch hält ebenfalls sehr gut (mir ist aufgefallen, das der Schlauchdurchmesser an sich etwas variiert). Nur zur Sicherheit habe ich noch Kabelbinder darüber geschnallt, obwohl sie nicht wirklich notwendig sind.
Tja Freunde das war es für dieses mal,
euer Cultor!





